
“Bunt sind schon die Wälder, gelb die Stoppelfelder …” — Herbstlied
Das Äquinoktium ist da. Der Tag und die Nacht sind ausgeglichen. Das Jahr geht in seine Nachtseite. Nun feiern wir Erntedank. Wir danken dem Himmel und der Erde für ihre Gaben. Das bunte Herbstfest ist wie das Fest in den Frühling ein Schwellentag. Wie bei dem Sonnenuntergang mit seiner intensiven Farbe gleicht diesem der bunte Herbst, der das Übergehen in das Dunkel des Winters einleitet, welcher uns wieder ins Innere führt. — Folget uns auf einen herbstlichen Ausflug in die bunte Natur …
Das Brauchtum zur Herbsttagundnachtgleiche
Das Brauchtum zur Herbsttagundnachtgleiche entspricht im christlichen Mittelalter dem vom Erntedankfest. Aus den letzten Korngaben wird der Erntekranz geflochten. Zu Erntedank gibt es je nach Gegend und Anbau viele traditionelle Erntebräuche wie Weinfeste, Zwiebelfeste und Hopfenfeste. Zu Michaelis erfolgt zur Erntefestzeit der Kuhabtrieb von der Alm. Es wird gedankt und gesegnet. Die große Arbeit ist getan. Kirchweihfeste finden statt.
Die Mythologie zur Herbsttagundnachtgleiche
Mythologisch bedeutet die Herbsttagundnachtgleiche, daß wieder die weibliche Nachtseite im Tanz zwischen Gott und Göttin im ewigen Kreis des Jahresrades führt. Am Äquinoktium zum Herbst zieht beim Sonnenuntergang gleichzeitig auch die Nachtseite des Jahres auf. In der Mythologie wird Idun die Hüterin der heiligen Äpfel der Jugend von den Riesen entführt, was das Ende der Götter einleitet. Odin spielt zum Herbst als Totengott eine zentrale Rolle.